Studentenpraktikum am Standort USA

- mit abschliessender Bachelor-Thesis in Dernbach


Internship Logomat 1Letzte Woche hat unser Tochterunternehmen LOGOMAT automation system, Inc. in Amerika ihren ersten Praktikanten, Tim aus Deutschland verabschiedet. Tim hat ein drei-monatiges Auslandspraktikum an unserem amerikanischen Standort gemacht und wird nächste Woche mit seiner Bachelorarbeit im Hause KRUPS im Zuge seines Wirtschaftsingenieurwesen-Studiums starten.

Hier können Sie Tim's umfangreichen Erfahrungsbericht von einem internationalen Praktikum bei LOGOMAT lesen: Welchen Hürden hatte er zu meistern, seine Aufgaben und das Praktikums-Projekt, und wie ist er mit einem Leben in einer anderen Kultur klargekommen?

„Ich habe im Rahmen meines Praxisprojektes ein Auslandspraktikum in Nord-Kentucky direkt an der Grenze zu Ohio und Indiana gemacht. Der Mutterkonzern ‚KRUPS Fördersysteme GbmH‘ meines Unternehmens, LOGOMAT automation systems, Inc. ist eines der führenden Fördersystemhersteller in Deutschland und gewinnt auch International immer mehr an Bekanntheit. Das Familienunternehmen wird in den USA in der zweiten Generation geführt und verspricht weiteren Wachstum in den nächsten Jahren. Neben den beiden Produktionsstandorten in Deutschland und den Vereinigten Staaten betreibt das Unternehmen noch Servicebüros in Brasilien und China.

Zu meinem Praktikum - Schritt 1:
Wie habe ich die Stelle erhalten? Ich würde sagen, dass ich ein glückliches Händchen hatte. Wie ihr sicher wisst sollte man sich für ein Auslandspraktikum, gerade mit anschließender Bachelor-Thesis, sehr früh bewerben. Das ist immer eine schwierige Angelegenheit, weil man ja noch nicht zu 100 Prozent weiß, ob man alle Klausuren bis dahin besteht oder ob in der Zwischenzeit noch andere schwerwiegende Sachen auf einen zu kommen. Nun ja, ich habe mich ungefähr ein halbes Jahr vor dem Praktikumsstart beworben. Um ehrlich zu sein war diese Bewerbung erst die zweite die ich für diesen Zweck geschrieben habe. Also ein absoluter Glückstreffer, wie sich auch später im Praktikum herausstellen wird. Kleiner Tipp, ich hatte mich zuerst einmal am deutschen Standort erkundigt und nach Auslandsmöglichkeit erkundigt. Ich wurde direkt an den Geschäftsführer des amerikanischen Standorts verwiesen. Am selben Tag habe ich noch meine Bewerbungsunterlagen verschickt, damit er einen ersten Eindruck vor unserem Telefonat, von mir erhielt. Nach einem positiven Gespräch wollte er sich darüber Gedanken machen und sich wieder melden. Das tat er nach wenigen Tagen auch und gab mir eine Zusage mit einer darauffolgenden Bachelor-Thesis am deutschen Werk. Ein Jackpot. Danach ging alles sehr schnell.

Was musste erledigt werden? Schritt 2: Das Visum und weitere Vorbereitungen
Der Bewerbungsprozess für ein Visum ist sehr zeitaufwendig, muss aber erleigt werden, denn ansonsten hat meine keine Chance in den USA überhaupt zu arbeiten. Eine Vorbereitungszeit von mindestens vier Monate ist daher empfehlenswert. Für die Art und Weise des Visas, welches ich als Student brauche, wir ein „Sponsor“, benötigt, der autorisiert ist die Vorbereitungen für einen Visumantrag bei dem Amerikanischen Konsulat zu begleiten und die nötigen Unterlagen bereitzustellen. Eine sehr zeit- und auch kostenintensive Angelegenheit. Auch das jeweilige Unternehmen muss mit dem Sponsor kommunizieren und gewisse Daten herausgeben.
Nach einem Skype-Interview vorab, bei dem meine Englischkenntnisse getestet wurden und der Termin beim Amerikanischen Konsulat mit weiteren erfolgreichen Interviews, wurde mir das Visum genehmigt, das ich nach zwei Wochen per Post erhalten habe.
Während der ganzen Vorbereitungen standen natürlich noch der Alltag in der FH an, die Suche nach einem Betreuer für das Praktikum und die Suche nach einer Bleibe in den USA. Von meinem zukünftigen Betreuer in Amerika hatte ich glücklicherweise Tipps und Informationen erhalten, auf welchen Internetseiten ich am Besten mein Glück versuche kann. Nach etwa sechs Bewerbungen ohne Rückmeldung, habe ich dann doch noch eine WG gefunden. Eine Wohngemeinschaft, vorzugsweise mit Einheimischen, kann ich wärmstens für Auslandsaufenthalte empfehlen. Dadurch hat man direkt Kontakt mit einheimischen, ausserhalb der Firma und wird gezwungen in der dort heimischen Sprache zu sprechen.

Mein Praktikums-Projekt:
In den drei Monaten meines Praktikums wurde eine zusätzliche Halle an die beiden schon vorhandenen Produktionshallen angebaut. Eine Erweiterung um etwa 1.100 qm. Ich sollte ein Layout für alle drei Werkstatthallen entwerfen, dabei Verbesserungsvorschläge für den Materialfluss und die Produktion machen und ein geeignetes Lagersystem, das den neuen Anfoderungen gerecht wird, mitentwickeln. Alles in engster Zusammenarbeit mit meinen Supervisor, der gleichzeitig auch der Geschäftsführer war. Also viel Verantwortung und einiges zutun. Ich habe grobe Vorgaben bekommen, hatte aber auch die Chance meine eigenen Ideen einzubringen, die auch gern gesehen und umgesetzt wurden. Die Zusammenarbeit und Kommunikation war super.
In den ersten Wochen habe ich die Produktion kennengelernt und bin alle Abteilungen durchlaufen; die zerspanende Produktion, die Vor- und Endmontage. Ich habe direkt mitgearbeitet um die Produkte, sowie die aktuellen Arbeitsprozesse kennenzulernen. Da die Werkstatt bereits um 6.00 Uhr morgen anfängt und bei normaler Schicht um halb fertig ist, meine Kernarbeitszeit jedoch von 8:00 bis 17:00 erstreckte, hatte ich jeden Nachmittag genug Zeit, um meine Eindrücke in neue Ideen einfließen zu lassen.
Nach vier Wochen präsentierte ich meinen ersten Vorschlag. Natürlich war dieser noch nicht ausgreift. Aber innerhalb der nächsten Wochen stand das Konzept. Etwas schwierig stellte sich in den ersten Wochen die Kommunikation mit den Mitarbeitern in der Produktion dar. Das ungewohnte,schnelle Englisch, der Akzent der Region und der Lärm der Maschinen. Von Tag zu Tag wurde nicht nur die Verständigung, sondern auch das Verhältnis mit den Kollegen immer besser.
Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit meinem Betreuer, der ständige Austausch an Ideen aber auch Anforderungen, konnte ich meine Arbeit innerhalb der gegebenen Zeit erfolgreich abschliessen, sodass Sie im Alltag des Unternehmen seinen Einsatz finden wird.

Das Leben ausserhalb der Arbeit:
Wie schon gesagt, eine WG hat in jedem Fall riesige Vorteile. Glücklicherweise hatte ich eine sehr nette und offene Mitbewohnerin, die mir die Gegend zeigte, mich direkt in ihrem Freundeskreis mit aufgenommen hat, auf Feiern mitnahm und mir den „American Lifestyle“ näher gebrachte. Amerikaner erfüllen schon das ein oder andere Klischee, zumindest in der Region, in der ich war, aber dennoch sind es sehr offenherzige Menschen, die sich sehr für andere Kulturen interessieren.
Die nächste Großstadt von LOGOMAT ist Cincinnati, innerhalb von 20-30 Minuten is Downtown zu erreichen. Dort habe ich NFL- und MBL-Spiele besucht, war mit meinen neuen Freunden feiern, habe Arcade-Spielhäuser besucht und weitere neue Dinge für mich entdeckt.

Fazit: Was bleibt mir abschließend aus meinen Erfahrungen zu sagen?
Sobald ihr die Chance habt, ein Auslandspraktikum zu machen, nehmt diese Chance wahr. Ich habe sehr viele neue Eindrücke gesammelt und andere Kulturen und Mentalitäten. Da ich sozusagen auf mich alleine gestellt war, war vieles am Anfang sehr aufregend und neu, nach einer Zeit dann allerdings Alltag. Ein anderer Alltag, an dem ich allerdings gewachsen bin. Für die persönliche Entwicklung war es der beste Schritt den ich machen konnte.
Das Berufsleben hat mir ebenso gut getan. Ich durfte viele verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen und wurde in die aktuellen und zukünftigen Prozesse eingebunden. Darin konnte ich mein theoretische Wissen mit der Praxis verbinden, und einen Beitrag an der Zukunft des Unternehmens mitliefern.

Nach dem Praktikum darf ich meine Erfahrungen mit in das deutsche Werk des Unternehmens nehmen. Dort erwartet im Rahmen meiner Bachelor-Thesis das gleiche Aufgabengerüst. Natürlich unter anderen Voraussetzungen, da dieser Standort schon von den Lokalitäten her anders aufgebaut und auch größer ist. Dies stellt wiederum eine neue und große Aufgabe für mich dar, eventuell sogar die größte „schulische“ Aufgabe meines bisherigen Lebens, da ich damit mein Bachelorstudium abschließen werde. Mir persönlich macht die Umsetzung des theoretischen Wissens im praktischen Arbeitsalltag sehr viel Spaß und somit freue ich mich auf die neue Aufgabe im Hauptstandort der Firma KRUPS / LOGOMAT in Dernbach.“

Falls auch Sie Interesse an einem Praktikum im Hause KRUPS haben und / oder eine Abschlussarbeit im Rahmen Ihres Studiums planen, kontaktieren Sie uns einfach für weitere detaillierte Fragen.

Lesen Sie hier Tim's englisches Fazit.